DSOL: “Aber! Es ist ein Problem.”

Das Pfälzer Derby zwischen uns und der zweiten Mannschaft des SK Ludwigshafen war früh entschieden. Eine problemorientierte Erklärung.

Nach einer guten halben Stunde war der Mannschaftskampf schon gelaufen; unser Versuch Chaos auf das Brett zu bringen scheiterte gleich dreifach: Weder das Englund-Gambit noch eine seltene Nebenvariante im Königsgambit brachten die gewünschte Wirkung. Und auch Christophs frühes Figurenopfer gegen drei Bauern wurde knallhart von Bastian Küver widerlegt, der mit 100% aus den bisherigen vier Partien der beste Punktesammler der Liga ist. Am Ende stand mal wieder die Einsicht, dass die Rochade einige Probleme lösen kann:

Schlussstellung in Beck - Küver
Schlussstellung in Hambel - Küver

Für mich selbst ging es noch knapp zwei Stunden weiter, auch weil die Partie zweimal durch Disconnect meines Gegners unterbrochen wurde. Dadurch lief die Zeit ab und ich war als Wettkampfleiter nicht in der Lage die Partie neuzustarten. Also meinen Gegner Andreas anrufen, nachfragen was los sei. Dann in den Zoom-Call, dort wurde uns geholfen und noch einmal bei Andreas durchklingeln um ihn zurückzulotsen. Zwei weitere Restarts waren dann unproblematisch, da die Offiziellen bei unserer Partie verweilten und es schnell im Chat geklärt werden konnte. Die geben sich große Mühe und wir konnten die Partie dann auch zu Ende spielen, aber es ist verdammt nervig.

Johnny Tapia: “Das ist ein verficktes, dummes Problem, das wir haben. Aber! Es ist ein Problem.”

Carlos: “Ja, ganz klar.”

Bad Boys II

Damit habe dieses Mal aber eine neue Ausrede, warum ich in Zeitnot gekommen bin und nicht in der Lage war das entstandene Damenendspiel auf Gewinn zu spielen. Wobei das wohl kaum ausreicht um zu begründen, warum ich in dieser Stellung die Zugwiederholung mittels Dc2, Ke2, De4 gesucht habe.

Gypser - Denzer nach 47.h2-h3

Totaler Wahnsinn und klarer Fall von Hab ich Patzer ge mach? Höhere Königssicherheit, aktivere Dame, weit vorgerückte Bauern. Gestern Abend ärgerte ich mich noch darüber, dass ich keine Damenendspiele spielen kann und meine erste Recherche im Anschluss unbefriedigend war. Aber hier gab es auch ohne Endspielkenntnis keinen Grund für die Zugwiederholung. Ich müsste mich halt nur trauen und nicht wegen ein bisschen Zeitnot in totale Hektik verfallen. Ich verweise auf Hector Juan Carlos Tapia, der sich gerne Johnny nennt.

Ludwigshafens Zweite ist nun erstmal Tabellenführer, kann aber noch überholt werden (aktuelle Tabelle hier). Mit dem Sieg haben sie sich die Chancen auf die Playoffs bewahrt. Die haben sich für uns jetzt logischerweise erledigt, wir drücken unserem Pfälzer Nachbarn die Daumen!

Einzelergebnisse des vierten Spieltags (Screenschot dsol.schachbund.de)

Auch der König hat ein Problem

Herzog - Malditz nach 13...a7-a5

Unser Flutsch hatte sich aus den Niederungen des Englund-Gambit zurück in die Partie gekämpft und eine spielbare Stellung erreicht. Sein 13…a7-a5? hätte der Gegner direkt bestrafen müssen.

Weiß am Zug gewinnt! Die Auflösung gibt es im Laufe der Woche.

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